Intention/Sujet Akt – Fetisch – Weiblichkeit

Die Darstellung der Sinnlichkeit eines Menschen oder warum ich es liebe Akt (insbesondere weiblichen Akt), Fetisch-Motive und generell Themen und Motive zu Frau und Weiblichkeit zu zeichnen und zu malen.

Dies ist die zweite Version der Beschreibung meiner Intention, meines Sujets zu diesem Thema in der Malerei.

Auch ist das der erste von dann insgesamt drei Blog Beiträgen, die euch einen tieferen Einblick gewähren, was mich bewegt genau diese Intention zu verfolgen und weiter auszuführen.

In der Bildergalerie, welche ich ständig erweitern werde, könnt ihr Werke zu meinen Intentionen betrachten.

 

Wie entsteht eine Vorliebe in der Malerei?

Wie kam ich dazu, mich genau mit diesem Thema auseinanderzusetzen?

Provokative Frage 1: warum male ich als Frau vorwiegend weiblichen Akt?

Provokative Frage 2: und was ist Fetisch überhaupt?

 

Ihr habt schon bei meinen diversen vergangenen Blog Artikeln (z. B. Künstlerische Blockade, Was war zuerst da und Selbstportrait Rückenansicht) schon diverse Aktzeichnungen und -gemälde von mir gesehen.

Aber wie kam es dazu, dass mich die Aktmalerei, “erweitert” durch Fetischmotive und Weiblichkeit nun so in den Bann zieht.

Hier seht ihr mein allererstes Exponat zu diesem Thema und Motiv. Es ist 2004 entstanden. Der Akt einer Dame mit langen schwarzen Haaren, Pose sitzend.

Akt Frau mit langen schwarzen Haaren sitzend
Akt Frau mit langen schwarzen Haaren sitzend

Schon immer habe ich, wie im Leben begegnet so auch in diversen Medien, Frauen und Bilder von Frauen, unabhängig ob bekleidet oder nackt, egal welchen Alters, Herkunft oder Hautfarbe sehr gerne angeschaut. Die Schönheit einer Frau in meinen Augen bezog sich nicht immer so sehr auf das Äußere, wie auf die Ausstrahlung. Ich habe mich persönlich sehr lange gefragt, warum ich künstlerische Aktfotografie oder Aktmalerei so schön und so sinnlich fand. Künstlerisch auch in dem Sinne, dass hier nur Andeutungen, kaum etwas Offensichtliches zu sehen ist.

Ich merkte, es war noch nicht mal die Schönheit im Gesicht, die ich als anziehend empfand, sondern die körperliche Form, die unglaublichen Kurven, die wunderschönen Rundungen kombiniert mit der Persönlichkeit und Ausstrahlung.

Dies hat durchaus etwas mit mir und meinem Körpergefühl sowie die Akzeptanz meines Aussehens zu tun. Ich selber wurde von frühester Kindheit damit konfrontiert, dass ich nicht dem allgemein akzeptierten Schlankheitsideal entsprach (unabhängig davon ob es stimmte!). Auch hatte ich sehr schlimme Akne, die erst mit ca. 20 Jahren verschwand. Keiner aus meiner Familie konnte meinen Körper, der schon ab dem elften Lebensjahr sich zur Frau entwickelte und einen sehr weiblichen Körper zustande brachte, akzeptieren. Lt. meiner Familie war ich zu dick. Im Nachgang würde ich sagen, dass ich bei 1,68 cm Körperhöhe und 65 kg Körpergewicht völlig normal war.

Ich litt unheimlich darunter, dass ich nicht „schlank“ genug war. Dann bekam ich noch eine sehr starke hormonelle Störung, die dazu führte, dass ich so ab ca. 20 Jahren gut zunahm. D. h. ich hatte dann irgendwann mal 80 kg. Natürlich sah jeder diese Fülle, trotzdem war ich auch zu dem Zeitpunkt einfach nur weiblich rund.

Ihr könnt euch aber vorstellen, wie da dann mein familiäres Umfeld darauf reagierte. Nach der Geburt meiner zwei Kinder hatte ich am Ende fast 100 kg. Und ab dem Zeitpunkt begann dann auch meine Ess-Störung. Ja, ich bekenne mich hier öffentlich dazu, dass ich insgesamt ca. 5 Jahre lang Bulimie hatte. So konnte ich wunderbar innerhalb von einem Jahr auf ca. 56 kg mich runterkotzen. Und siehe da, alle waren begeistert und sprachen mir lauter Komplimente aus. Ein richtig tolles Gefühl, endlich als schön von meinem Umfeld wahrgenommen zu werden. Dass dann aber meine ausgeladenen Hüften nur knöchern waren, mein Brustbein rauskam, mein Hintern praktisch nicht vorhanden war und ich trotzdem keine Kleidergröße kleiner als 36/38 tragen konnte, hatten alle übersehen.

Das schlimmste aber an dieser Geschichte ist für mich persönlich folgendes: ich habe mich selber für die Meinung andere, zutiefst misshandelt UND (und dafür schäme ich mich am meisten) meine Kinder hatten meine Ess-Störung irgendwann mitbekommen.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich mittlerweile seit über 20 Jahren keine Ess-Störung mehr habe, sich allerdings mein Körper alles zurück geholt hat, was ich ihm geraubt hatte.

Mittlerweile bin ich so ziemlich rund und ich mag meine Weiblichkeit. Ja, ich könnte etwas weniger wiegen. Aber ich halte keine Diäten und ich esse im Großen und Ganzen so ziemlich ausgewogen und gesund.

Ob ich irgendwann etwas weniger wiegen werde weiß ich nicht. Was ich aber ganz genau weiß, ist dass ich nie wieder mit einer Ess-Störung meinen Körper und dadurch auch mich misshandeln werde. Vor allem, weil jemand der Meinung sein könnte, ich sei nicht attraktiv genug.

Es passierte das, was bei so vielen Frauen, verfremdet durch die Medien hervorgerufen wurde. Ihr ahnt es schon, Body Shaming wurde mir ins Gehirn eingepflanzt. Und die Welt der Promis und der Werbung lebt es uns permanent vor. Nur ein schlanker Körper soll ein schöner Körper sein. Wen interessiert da schon die Persönlichkeit.

Dabei gibt es so viele verschiedene Geschmäcker und somit viele Schönheitsideale. Viele Frauen schämen sich z. B. ihrer Dellen der Cellulite oder gar ihrer Schwangerschaftsstreifen. Dabei ist dies eines DER schönsten Zeichen ihrer Weiblichkeit. Und wenn ich einer Frau begegne, die sehr selbstbewusst diese Kurven und Sinnlichkeit zeigt, so äußere ich das in einem Kompliment. Ja, auch von Frau zu Frau, darf jede von uns ein Kompliment aussprechen, ohne anzüglich zu wirken.

Ich will hier keine Schönheitsideale verteufeln und auch keine als DIE Beste hervorheben. Ich möchte nur mit meinem Statement und meiner Motivation, die ich selber lange nicht verstanden hatte, klar machen, dass ich Frauen unglaublich sinnlich und erotisch empfinde. Und dies sehr gerne in meinen Motiven auch manchmal sehr provokativ zu Geltung bringen möchte.

Dass ich anziehend wirke, habe ich immer wieder und zwar seit meiner Jugend an erlebt. Ich hatte immer viele Verehrer, die genau DIESE meine Kurven liebten und mich deswegen begehrten. Leider war ich aber blind für diese Bestätigung meines Aussehens. Jedes Mal dachte ich mir, was will dieser Mann von mir, ich bin doch nicht schön (schlank)? Oder, ja genau, der will mich nicht, weil ich zu fett (also nicht schlank genug) bin!

Meine lieben Leserinnen, erkennt ihr diese Sätze wieder? Habt ihr euch selber damit entwürdigt und erniedrigt?

Bitte hört damit auf. Liebt euch so wie ihr seid, denn ihr seid einfach nur schön. Akzeptiert euch in eurer Weiblichkeit und ihr werdet sehen, dass ihr noch mehr Schönheit ausstrahlen werdet.

Ich habe dies für mich erkannt. Zwar spät aber noch rechtzeitig genug. Und in der heutigen Zeit erkennen immer mehr Frauen, dass sie so wie sie sind einfach nur schön sind.

Dies ist der Hauptgrund, warum ich Frauenakt bevorzugt male. Es macht mir eine große Freude die Rundungen und dadurch die Weiblichkeit eines Frauenkörpers aufzuzeigen.

Neben dem weiblichen Akt, habe ich doch tatsächlich 2018 zum allerersten Mal auch den männlichen Akt versucht. Das war für mich eine ziemliche Überwindung, da ich natürlich gewohnt war entsprechend Brüste und Hüften beim Menschen direkt und sofort zu betonen.

Akt männlich Korpus No. I
Akt männlich Korpus No. I*
Studie Akt Mann liegend No. III*
Studie Akt Mann Korpus No. I*

 

Ich war so ziemlich überrascht, dass auch Männer rund sind. Allerdings haben Männer andere Rundungen bzw. die Rundungen sitzen an anderen stellen. Ich gebe zu, dass ich hier vorwiegend muskulöse Männerkörper bzw. Männer mit definierten Muskeln gezeichnet habe. Es gibt natürlich auch Männer, die nicht diesem Ideal entsprechen, dafür aber einfach normal und daher auch perfekt für ihren Körper sind.

Das Thema männlichen Akt werde ich ebenfalls weiterverfolgen. Jedoch nicht in dem Maße wie den weiblichen Akt. Ich bin nun mal Frauen einfach näher.

So betrachtet werde ich auch einzelne Motive, die uns die Einzigartigkeit des weiblichen Daseins aufzeigen auch immer wieder malen. Ein Beispiel dafür ist das Exponat „Wo alle begann“.

Wo alles begann
Wo alles begann*

Hiermit setze ich auch ein Statement, denn ich gestehe, ich bin Feministin und möchte mit solchen Motiven, welche Interpretationsspielraum bieten, aufzeigen, wie das Frauenbild wahrgenommen wird.

Und wie passt nun der Begriff Fetisch hier rein? Ganz einfach erklärt. Es gibt für alles und jeden einen Fetisch. Aber sicher ist, viele verbinden (unabhängig von Neigung und Vorliebe) den Begriff Fetisch mit BDSM. Nun ist es so, dass es auch hier durchaus viele schöne und sinnliche Motive gibt bis hin zur Extreme, die für mich in den Bereich Akt fällt. Sei es ein Motiv mit Dessous oder auch mit Binden und Fesseln. Auch hier ist der Fokus auf den Ausdruck des Körper, der Sinnlichkeit, der Weiblichkeit gesetzt. Auch hier ist es für mich eher das Andeuten, damit eure Fantasie genug Spielraum hat, sich eine eigene Wahrnehmung zu bilden.

Portrait junge Frau mit Augenbinde, Kohle
Portrait junge Frau mit Augenbinde, Kohle*
Fetisch 01
Fetisch 01*
Portrait junge Frau mit Augenbinde, Aquarell
Portrait junge Frau mit Augenbinde, Aquarell*

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass ich zu dieser Intention sehr gerne Auftragsarbeiten annehme. Wie das funktioniert und was zu beachten ist könnte ihr auf meiner Seite Service und Preise nachlesen. Ihr dürft mich sehr gerne per Email kontaktieren. Freue mich sehr auf eure Anfragen.

In meinem nächsten Blogartikel werde ich auf meinen zweiten Schwerpunkt, meiner zweiten Intention/ Sujet eingehen. Diese ist ebenfalls figurativ aber auch abstrakt und ist im musikalischen Bereich zu finden. Ich nenne sie Instrumente und Musik.

*Diese Exponate können erworben werden. Preise könnt ihr aus den Exposes hinterlegt unter Service und Preise sowie bei der Bildergalerie entnehmen. Ebenso könnt ihr natürlich die Preise per Email erfragen.