Anekdote: Die Kaffeekanne

Mit dieser kleinen Geschichte, möchte ich eine kleine Anekdote und weitere Verhaltensgeschichte von Menschen aufzeigen, die ich erlebt habe. Ich fand die Situation lustig und spannend zugleich. Vor allem fand ich es interessant, wie anerzogene Zurückhaltung und egoistische Verhaltensweisen so ziemlich passgenau aufeinander trafen.

Ich erlebte diese kleine Geschichte mit den gleichen Kolleginnen und Kollegen, die schon mit meiner Geschichte zum Löffel eine kleine Irritation erlebten. Nun kam nach dem Erleben und der Beobachtung mit dem Löffel, so ca. einen Monat später eine neue Kollegin ins Team. Und so ergab sich folgende Geschichte:

Jeder kennt sie! Die Kaffeetrinker! Die Kaffeemaschine, die ständig läuft und immer mehr von dem braunen Gebräu hervorbrachte. Wobei, einen Moment mal, es gibt auch viele Teetrinker. UND es gibt auch die Menschen, die sowohl Kaffee als auch Tee gerne trinken. Egal in welcher Reihenfolge und welche Geschmackssorten. Ich persönlich gehöre zu den letzteren. Ich trinke sehr gerne beides, wobei für mich Kaffee rein zum Genießen da ist. So benötige ich den Kaffee nicht zum wachwerden, sondern nutze den Konsum dieses Getränks als Auszeit.

Bei der Arbeit steht in der kleinen Küche eine Kaffeemaschine, eine Filterkaffeemaschine mit einer Glaskanne. Früh am Morgen, der erste der kommt kocht auch meistens den Kaffee und die Glaskanne ist schnell leer. Also wird gleich eine weitere Kanne voll gekocht. Morgens ohne Kaffee….. viele können da noch nicht mal richtig die Augen öffnen. Doch generell war es so, dass egal ob jemand den Kaffee selber trinken wollte oder auch nicht. Die erste Kanne Kaffee aufgesetzt wurde.

So kam es, dass irgendwann eines Tages im Laufe des Herbstes, so nachdem die ersten zwei bis drei Kannen leergetrunken waren, jemand erneut eine Tasse holen wollte und ….. erstaunt vor sich hin schaute bzw. in Richtung Kaffeekanne. Huch! Da ist steht ja keine Glaskanne!

Zuerst fragten sich die Kollegen untereinander, ob jemand die Glaskanne gesehen hatte. Keiner wusste von etwas alle schauten ratlos und zuckten mit den Schultern. So schauten die einen in der anderen, größeren Küche nach, aber auch da war keine Glaskanne zu sehen. Die anderen schauten verstohlen in den Mülleimer … hätte ja sein können, dass die Glaskanne zufällig im Mülleimer gelandet ist. Zerbrochen oder auch ganz, es hätte zumindest Gewissheit verschafft!

So murrten die Kollegen, schauten ab und zu bei der Kaffeemaschine vorbei oder fragten einander so immer wieder, ob jemand etwas von der Glaskanne in Erfahrung bringen konnte. Es verging so ca. eine Stunde, als ein Kollege sich die Mühe machte und die Kaffeemaschine ohne Glaskanne wegräumte und schon fast auf dem Weg zum Erdgeschoss war, um die dortige Ersatz, eine andere Filterkaffeemaschine, hochzubringen. Genau zu diesem Zeitpunkt kam ich zum Geschehen hinzu. Ich hatte diverse Meetings, wusste von nichts (ausnahmsweise!). Ich bemerkte die andere Filterkaffeemaschine und fragte, was denn los sei? Ob denn die „alte“ Maschine defekt sei? Und äußerte gleichzeitig mein Bedauern, weil der Filterkaffee aus der „alten“ Maschine doch recht gut schmeckte.

So kam dann mein lieber Kollege aus der Buchhaltung zu mir und er erklärte mir die Situation. Wie die Glaskanne zu der „alten“ Maschine auf einmal weg war und da nach langem Suchen sie einfach nicht zu finden war und keine Bescheid wusste, wo denn diese besagte Kanne abgeblieben war, hätte man sich einfach der Alternative zugewendet.

Wie er mir das alles haarklein erzählte kam mir sofort etwas in den Sinn und ich fragte: „Aha, so so, habt ihr auch in den Büros nachgeschaut?“ fragender ratloser Blick in meine Richtung… „Ich meine in alle Büros?“ Nein in der Tat hatte das keiner. „Na dann, vielleicht ist die Glaskanne kaputt gegangen und keiner traut sich das zu gestehen“ war mein zweiter, allerdings nicht so ernst gemeinter Satz zu dieser Situation. Ihr müsst wissen, ich habe einen Schalk im Nacken sitzen, der stets und immer zu ironischen und sarkastischen Sätzen bereit ist.

Na? Ihr habt es vielleicht schon erraten wer der/die „Schuldige“ des ganzen Mysteriums war? GENAU!

Nachdem ich also meine nicht so ganz ernst gemeinte Schlussfolgerung aussprach, drehte ich mich um und ging in mein Büro. Ich kümmerte mich auch nicht weiter um die Kanne, bis ca. 10 Minuten später, die neue Kollegin mit der Glaskanne von der „alten“ Kaffeemaschine an meiner Bürotür vorbeigehen sah. Ich stand auf und ging, neugierig wie ich nun mal bin, einfach hinterher. Ich wollte einfach nur sehen, wie es mit der Geschichte weiterging.

Sie, also die neue Kollegin, wollte die Glaskanne Stunden später einfach zurückbringen oder vielleicht auch noch weiteren Kaffee kochen. Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall entstand jetzt eine ganz andere Situation, welche ich persönlich sehr lustig fand und mich auch zum Kichern brachte. Jetzt stand sie erstaunt vor der Ersatzkaffeemaschine mit einer anderen Glaskanne und wusste einfach nicht wohin mit der nun zurückkehrenden Glaskanne. Sie schaute so ziemlich irritiert. Köstlich dieser Anblick.

So setzte sie die „alte“ Glaskanne ab und ging zu ihrem Büro zurück. Einfach so, als ob nichts geschehen war. Kuriose Situation. In diesem Moment musste ich laut lachen.

Was war geschehen? Die neue Kollegin hatte ein Meeting und wollte eine Tasse Kaffee trinken. Aber anstatt mit der Tasse zur Kanne zu gehen, so wie es viele von uns tun, hat sie einfach die Kanne mit zu sich ins Büro genommen, goss sich den Kaffee in die Tasse und hat sich ablenken lassen. Bei dieser Ablenkung vergaß sie komplett daran, dass sie die Kanne zurück bringen sollte.

Das Geheimnis der verschwundenen Kaffeekanne war nun gelüftet. Ich erwähne mal hier, dass so einige vor sich hin murrten und am Ende des Tages oder sogar erst am anderen Tag wurde die eine Filterkaffeemaschine gegen die ursprüngliche ausgetauscht. …. Schließlich war ja die dazugehörige Glaskanne ja wieder aufgetaucht.

Und was ist nun die Moral oder das Kuriose, warum ich diese Anekdote hier aufführe?

Für viele war es einfacher wegen der verschwundenen Glaskanne zu sitzen, darüber zu reden, ein wenig hin und her zu laufen und zu suchen, zu warten, dass die Glaskanne von alleine auftauchen würde und am Ende wurde sogar eine Ersatzkaffeemaschine zum Einsatz gebracht. Aber keiner kam auf die Idee (oder wollte?) in die Büros (drei Büros, ca. 10 Schritte vom Ort des Geschehens entfernt!) kurz reinschauen und nach der Kaffeekanne fragen.

Manchmal kann es so einfach sein. Nicht wahr? Anstatt darüber zu reden, einfach mal machen, Initiative ergreifen.

Wie hättet ihr in dieser Situation reagiert? Was hättet ihr getan?

Hiermit möchte ich meine Blogreihe zum Thema Heißgetränke, hauptsächlich mit dem Bezug auf Kaffee beginnen. Natürlich könnte ich die Blogbeiträge auch in Bezug auf Tee schreiben. Daher meine lieben Teegenießer, fühlt euch von diesen Blogbeiträgen mit angesprochen.