Wie ich den Tod feiere

oder wie es dazu kam, dass ich Totenköpfe bemale und sie inszeniere.

Meine Art mit dem Begriff Tod und alles was dazu gehört umzugehen.

Huuuuhhhh… nein, es hat nichts mit Halloween oder ich sei Gothic zu tun. Meine persönliche Einstellung: der Tod gehört zum Leben, wie das Leben zum Tod. Letztendlich auch so betrachtet: im Herbst werfen die Bäume ihre Blätter ab, im Winter sind sie kahl und im Frühjahr kann es wieder blühen und treiben, was das Zeugs hält. Ein immer währender Zyklus.

Von der Idee bzw. der Vision eines neuen Motives bis zur Umsetzung passiert sehr viel. Und manchmal, ist das Ergebnis anders, als es die Idee am Anfang war. Ebenfalls ein Zyklus.

Aber hier nun die Geschichte zum Totenkopf:

Ich wollte unbedingt einen Skull (Totenkopf) bemalen. In meiner Fantasie hatte ich die irrsinnigsten Farben, als mir die Idee kam. Um zu sehen, ob ich meine Idee umsetzen kann, wollte ich mich zuerst an einem Exemplar erproben, sozusagen üben, und hatte nach langem Suchen im Internet dieses Exemplar gefunden.

Es ist kein Menschenschädel, sondern der Schädel eines kleinen Primaten, menschenähnlich sozusagen. Und keine Angst, der Schädel ist nicht echt, sondern aus Kunststoff. Ein ziemlich fester Kunststoff sogar. Der Schädel hat ein Loch in der Schädeldecke, da diese Art von Requisite für Aquarien und/oder Terrarien angeboten wird. Und irgendwie sollen ja die Fischlein ja durchschwimmen können. Oder die eine oder andere Schlange sich durschlängeln können.

Also…. die Idee war, den Schädel in den irrsinnigsten Farben zu bemalen. Die habe ich jetzt noch immer, aber das erste Exemplar wurde mehr oder weniger einfarbig bzw. zweifarbig.  …. und irgendwie konnte ich mir am Anfang keine andere Farbe während des Malens vorstellen. …. und dann auch noch dieses helle Blutrot…..

Manche würden sagen, es hätte etwas Dämonisches oder Teuflisches. Aber HEJ Leute, Farbe Rot bedeutet LEBEN, LIEBE, LEIDENSCHAFT!

Zur Erprobung, habe ich den Schädel einfach mal mit roter Acrylfarbe angemalt. Die Bruchstelle in der Schädeldecke sowie die Risse habe ich mit Gelb angedeutet. Ich wollte sehen, ob die Farbe gut haftet, bevor ich mir weitere diverse Totenköpfe bestelle und DANN in den irrsinnigsten Farben bemale. Also ihr merkt vielleicht an dieser Stelle, experimentieren und probieren ist wirklich wichtig in der Kunst. Nur keine Scheu. Daraus können die tollsten Sachen entstehen. Denn so lange DU etwas nicht ausprobierst, wirst DU nicht wissen, ob es funktioniert. Und wenn es nicht funktioniert, so weißt du mindestens EINE Art und Weise, wie es NICHT geht. Dann kannst du auch weitere Ideen versuchen umzusetzen.

Hier hat das Experiment von Anfang an geklappt. Und JA, die Farbe haftet gut und natürlich habe ich mir weitere Schädel bestellt. Neben so einem Primatenschädel habe ich noch andere Tierschädel hier bei mir zu Hause gelagert. Lasst euch überraschen, was ich sonst noch so machen werde. Mit der Zeit werde ich noch weitere Artikel dazu schreiben.

Masken werde ich übrigens auch bemalen. Und eines meiner künstlerischen Angebote wird auch sein, wenn ihr etwas von mir bemalt haben wollt, dann kontaktiert mich. Erzählt mir die Geschichte zum Objekt und ich finde die dazugehörigen Farben und das Muster.

Nun aber zurück zu meinem kleinen Primatenschädel. In der Zwischenzeit begleitet mich dieser kleine Schädel doch eine gewisse Zeit lang. Und je nach Lust und Laune, inszeniere ich eine Installation Art. Mal hier hingestellt, mal dort aufgehängt… im Prinzip nutze ich den Schädel schon wie eine Dekoration, allerdings anders, als die haushaltsüblichen Deko-Materialien für ein gemütliches zu Hause. So manch einer würde sagen, ja, das ist auch häuslich…. aber nicht üblich… Liebe Grüße an meinen netten Kollegen, der meinte ich sei doch der häusliche Typ. ….ich lache mich noch heute darüber schlapp.

Zurück zum Thema. Hier habe ich z. B. den Schädel oben auf der Staffelei plaziert. Ich finde, es hat was von Hamlet, „to be or not to be!“. Daher nenne ich diese Szene, meine Installation Art, “Meine Interpretation von Hamlet”.

Wie in allem, kam die Idee sehr spontan. Es sprudelte so aus mir heraus. Als ich es da auf der Staffelei sah und den Schädel fotografierte, habe ich es auch sogleich auf Instagram hochgeladen. In Gedanken sah ich schon hier oder da ein paar entsetzte Gesichter und dann doch auch ein paar schüttelnde Köpfe. Manch einer hat mich auch dazu befragt, was ich mir denn DABEI gedacht hätte. Und wie passt DAS denn zu mir?

Tod ist einfach nur eine andere Form unseres Seins und gehört zum Leben. Warum den Tod zu ernst nehmen? Tod ist die Transformation in ein anderes Sein. Folgendes Zitat von Tina Paulus, hat mich dieser Tage sehr beschäftigt:

„Wie wird man ein Schmetterling?“, fragte die Raupe. „Du musst so sehr fliegen wollen, dass du bereit bist deine Existenz als Raupe aufzugeben!“ sagte der Schmetterling.

Ich finde ein sehr weises Zitat das, zumindest mich, sehr zum Nachdenken anregt.

Hier noch eine Interpretation bzw. eine kleine Installation Art mit dem Totenschädel. Da muss ich jetzt noch immer lachen, wenn ich daran denke, wie ich diese Kombi durchgeführt hatte. Habe ganz spontan aus einer Karnevalsverkleidung diese Feder um den Schädel gewickelt. Der Titel zu dieser Installation-Art lautet „Meine Version von der Tod steht ihr gut!“, frei nach einem Film aus 1992 „Death becomes her“. Übrigens ein sehr witziger Film.

Mittlerweile wandert mein kleiner Skull von hier nach da und ist schon ein paar Mal runtergefallen und wieder zusammengeklebt worden. Aber sie (ich bin davon überzeugt, dass es ein weiblicher Totenkopf ist) begleitet mich noch immer und schaut mir beim Malen und Zeichnen zu.

Auch schaue ich sie manchmal an und denke mir, was willst du mir sagen Kleine? … und dann male ich einfach weiter und ein Lächeln umspielt meine Lippen.

Momentan habe ich keine neue Szene mit ihr inszeniert. Das kommt aber bestimmt noch. Es warten ja noch andere Totenköpfe darauf bemalt und in Szene gesetzt zu werden. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Aber eines kann euch schon jetzt mitteilen. Mein nächste Blogeintrag wird Teil II von diesem sein … also ich feiere den Tod weiter…. obwohl in zwei Wochen ja Halloween vorbei sein wird.

Happy Halloween!