Intention Nr. 3, abstrakte Malerei

oder, was will denn die Künstlerin nun schon wieder mit diesem Gemälde aussagen? Mein dritter und somit vorerst letzter Blog Beitrag (ja, ich habe auch weitere Themen, die ich immer wieder aufgreife) zu meinen Intentionen bei meiner Kunst. Hier für die Motive und Themen zur abstrakten Malerei.

Auf der rechten Seite werdet ihr die Abfolge der Entstehung von einigen abstrakten Gemälden von mir sehen. Eine kleine Fotodokumentation und somit vielleicht auch etwas nachvollziehbarer, was ich euch in meinem vorerst letzten Beitrag zu meinen Intentionen schreibe.

Abstrakt, OK, was heißt das? Na, abstrakt! Ihr wisst schon! Das, was so keiner richtig verstehen kann, aber doch irgendwie jeder versteht…. Oder meint zu verstehen….

Ja, abstrakte Kunst ist schon etwas Feines. Der Begriff abstrakte Kunst ist (lt. Wiki) ein Sammelbegriff für verschiedene Strömungen nicht gegenstandsbezogener (also nicht figurativer Kunst) verstanden. Hier geht es tatsächlich um die Komposition der Farben und Formen oder Schattierungen innerhalb eines Gemäldes. Und dies sollte auch nach Möglichkeit ohne eine bestimmte Kompositionsabsicht stattfinden. So die Theorie.

Und? War dies für euch etwas verständlicher? Nein? Macht nichts, denn es verstehen sehr viele nicht worum es uns Künstlern geht, wenn wir etwas malen. Das meine ich nicht bewertend oder gar abwertend, sondern möchte ich als Fakt in den Raum stellen. Also egal, ob es sich um abstrakte Kunst oder figurative Kunst handelt. Und für diejenigen unter euch, die es verstehen, hier nun meine Erklärung zu dem was ich unter MEINER abstrakten Kunst verstehe.

Für mich ist meine abstrakte Kunst einfaches experimentieren. Einfach so. Ohne lange darüber nachzudenken, was ich eigentlich malen möchte lege ich drauf los und nehme mir ein paar Farben und los geht es. Wobei ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Bei dieser ersten abstrakten Serie, in der die Farben Grün, Rot und Gelb die Hauptrolle spielen war es so, dass ich präparierten Pappkarton hatte den ich vorher für andere Werke vorbereitet hatte. Tatsächlich ist es so, dass ich immer ein paar Leinwände oder wie in diesem Fall präparierte Pappe nehme und mit einer Grundfarbe bestreiche. Und zwar fett bestreiche. Welche Farbe ich nehme hängt von meiner Stimmung ab. Was ich allerdings bemerkt habe ist, dass die Farben Blau und immer irgendwo ein Farbtupfer Rot bei mir sehr oft vorkommen.

Ich wollte einfach ausprobieren, wie es ist, wenn ich drei Bilder parallel versuche zu bemalen und habe diese präparierte Pappe, welche also schon alle eine gewisse Grundfarbe hatten, mit Kreppband auf eine Spanplatte festgeklebt. Ich habe versucht, nur wenig vom Rand wegzunehmen, aber es sollte doch noch so fest genug auf der Spannplatte befestigt sein, so dass ich während dem Bemalen sicher sein konnte, dass mir die Pappe nicht wegfliegt. (ich bin manchmal sehr schwungvoll mit dem Pinsel unterwegs).

Dann saß ich eine gewisse Zeit lang davor und habe die Grundfarben auf mich einwirken lassen. Ich wollte erfühlen, welche Farben ich nehmen sollte, um auf allen drei Flächen zu malen. Der Gedanke war, alle drei gleichzeitig und in gemeinsamer Abhängigkeit zu bemalen. Natürlich hätte ich zuerst das erste, dann das zweite und dann das dritte nacheinander bemalen können. Aber irgendwie wollte ich das nicht.

So sah ich als Grundfarbe, dieses schöne helle Grün. Also habe ich eine gute Portion auf jede Fläche draufgetan und einfach mit einer großen Spachtel grob, ohne mir groß Gedanken zu machen die Farbe verteilt. Auch hier war der Gedanke, so wenig wie möglich Gleichmäßigkeit beim Verteilen hervorzurufen. Als ich dann das Grün so grob über die Fläche verteilte, wollte ich auch nicht den Hintergrund verdecken. Nein, der sollte durchaus sein Mitspracherecht haben. Das die Farbe noch recht flüssig, sich hier und da ihren Weg suchen würde war mir klar und voll in meinem Akzeptanzbereich.

Es gefiel mir nur nicht, dass ich jetzt lauter Grün zum Hintergrund hatte. Also wollte ich noch ein wenig Kontraste setzen. Daher griff ich zuerst zu Gelb. Es reichten hier und da ein paar Tropfen. Bei Rot habe ich etwas mehr als nur ein paar Tropfen genommen. Sozusagen eine Steigerung vom linken bis hin zum rechten Bild. Das Verteilen und leichte Vermengen mit den anderen Farben habe ich also mit einer sehr großen Spachtel gemacht.

Nun sah ich mir das Ganze an und hatte irgendwie das Gefühl, dass die Gemälde nicht so richtig fertig waren. Also nahm ich einen groben Pinsel und zog willkürlich diverse geschwungene Striche durch die Masse. Wenn ihr auf dem Foto reinschaut, so werdet ihr verstehen was ich meine. Als ich damit fertig war, habe ich mich erneut von den Gemälden entfernt und es mir eine Weile aus der Ferne betrachtet.

ERST DANN hatte ich das Gefühl, dass die Gemälde fertig waren. Drei Stück auf einmal mit gleichen Farben und Werkzeug gemalt und doch so unterschiedlich. Jetzt musste sie nur noch trocken werden. In der Regel trocknet Acryl recht schnell. Dadurch, dass ich aber so ziemlich großzügig Farbe aufgetragen hatte und die Oberfläche Struktur durch die Spachteltechnik erhielt, hat es ungewöhnlich länger gedauert.

Jedes dieser Gemälde habe ich dann später hauchdünn mit Glanzlack überzogen, denn Acryl ist an sich eine sehr matte Farbepaste. Danach habe ich die fertigen Gemälde auf Fotokarton aufgebracht. Jede wieder in Kontrast zu den Farben mit sich selber. Von diesen drei gleichzeitig entstandenen Gemälden habe ich eines für mich behalten, hierzu wird es einen extra Blogeintrag geben, eines habe ich verkauft und das dritte (hier in dem Foto das ganz rechte) steht noch zum Verkauf da.

Konntet ihr aus meiner Darlegung der Handlung zur Entstehung der Gemälde verstehen, was ich wollte? Nein? Oder doch ja?

Dann gehen wir zur zweiten Serie der abstrakten Malerei über. Ihr seht, die Vorgehensweise wie bei der ersten Serie war im Prinzip die gleiche. Einzig, die Hintergrundfarbe war diesmal bei allen drei Farbflächen ähnlich und ich habe die Flächen etwas versetzt. Da wollte ich das gleiche machen, nur mit anderen Farben. Und dann passierte folgendes. Die blaue Farbe war alle WAAAAAAAAAASSSSSSSSSSSS? Diesmal wollte ich von rechts nach links die Farben vermischen. Als Hauptfarbe wollte ich dann mal Blau nehmen und weitere Akzente mit Grün und Gelb setzen. So wollte ich volle Kanne Blaue Farbe aufbringen und dann kamen einfach nur ein paar Spritzer raus.

Tja, und nun? Ja, also wollte das Gemälde einfach aus Spritzern bestehen. So einfach kann es sein. Ich habe es so belassen. Ganz nach dem Motto von mir „Es gibt keine Zufällen, nur Bestimmungen!“ Das Gemälde wollte einfach nur aus Spritzern bestehen, also habe ich entsprechend noch ein paar hinzugefügt. Spätestens jetzt müsste es allen von euch, liebe Leserinnen und Leser, klar sein, dass es nicht immer darum geht, was ich als Künstlerin so vorhabe, sondern ich einfach nur dem folge was passiert. Einfach hinnehmen und es zulassen.

Da sich das rechte Bild nur mit den Spritzern begnügen lies habe ich mich dann den anderen zwei Flächen zugewendet. Hier wollte ich mit weniger Farbmasse als bei der ersten Serie verwenden, um so mit der Spachtel etwas „kantiger“ die Farbe zu verteilen. Da es aber eine Serie ist, wollte ich natürlich noch den Bezug herstellen. Also mussten die anderen zwei Gemälde auch Spritzer erfahren. Ja, ja, so kann es kommen, wenn ein Bild bestimmt, wie die ganze Serie auszusehen hat.

Wie bei der ersten Serien, habe ich die Gemälde mit Glanzlack etwas aufgepeppt und um schöne Kontraste zu erzeugen auf Fotokarton aufgeklebt. Übrigens alle drei Gemälde stehen noch zum Verkauf.

Und? Prinzip verstanden, was für mich die abstrakte Malerei ausmacht? Was hier meine Intention ist? Nein? Dann habe ich noch ein Gemälde, welches einfach aus purem Eigenwillen des Gemäldes entstand.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Es war das Gemälde alleine, dass einfach so für sich entschieden hat. Ich bleib so wie ich bin! Aber wie kam das zustande? Im Vorfeld hatte ich ja schon geschrieben, dass ich sehr gerne immer mehrere Leinwände oder generell Malflächen im Vorfeld in diversen Farben bzw. Farbverläufen vorbereitend bemale. Im Blogartikel mein kleines Atelier habe ich ein Foto hochgeladen, welches genau diese Vorgehensweise zeigt.

Nun bleibt immer etwas Farbe über und das ist nun wirklich zu schade zum weg schmeißen. Also habe

Abstract No. IV
Abstract No. IV

ich einfach die Reste versucht auf einer weiteren Leinwand aufzubringen. Und dann passierte etwas Interessantes. Ohne eine bestimmte Absicht zu verfolgen, habe ich eine bestimmte Struktur mit wenigen Farben hervorgebracht. Erneut in den

Farben Blau und Rot. Ein wenig Gelb war wieder dabei. Auch hier war der Trocknungsprozess so ziemlich lange, da es viel Farbe war.

Während das Bild trocknete und auch auf den darauffolgenden Tagen hat das Bild permanent zu mir gesprochen. „Bitte lass mich so wie ich bin. Ich bin fertig! Ich bin so wie ich bin perfekt!“ Immer und immer wieder hörte ich es. Und wie ihr selber seht, habe ich es dann auch so belassen.

Meine abstrakte Kunst passiert!

Ich lasse zu, dass die Kreativität ihren eigenen Weg zum Ausdruck erhält!

Ich lasse zu, dass die Gemälde so entstehen, wie es die Bestimmung möchte.

Dabei lasse ich mich durch meine Emotionen und meine Fantasie leiten.

Darin sehen diverse Menschen und auch ich verschiedene Motive, Figuren und Geschichten. Aber schaut selbst.

Nicht mehr und nicht weniger.

Daher meine Lieben, und danke, dass ihr bis hierher mitgelesen habt, wenn ihr meine abstrakte Kunst seht, dann wisst ihr, dass es aus meinem Innersten entstandene Kunstwerke sind, die mit mir auf eine Art und Weise kommunizieren, die ich in diesem Blogbeitrag versucht habe so gut wie möglich zu erklären. Manchmal müssen meine Emotionen und meine Fantasie einfach nur raus und dann passieren. Ein paar Ergebnisse des „Passierens“ seht ihr hier. Weitere werden noch folgen.

Nun sind wir am Ende der Reihe, meine Intentionen zu meinen verschiedenen Kunstmotiven. Weitere werden noch zu einem späteren Zeitpunkt folgen, denn es gibt noch ein oder zwei Themen, die immer wieder bei mir aufpoppen und als Kunstwerke ihre Daseinsberechtigung verlangen.

Bleibt mir gewogen, weiter neugierig und lasst euch überraschen.