Intention Nr. 1, meine Aktmalerei

Die Darstellung der Sinnlichkeit eines Menschen oder warum ich es liebe Akt und insbesondere Frauenakt zu zeichnen und zu malen. Dies ist der erste von drei Blog Artikel in Bezug auf meine Intentionen. D. h. warum male ich das, was ich male und warum bewegt mich das.

In der Bildergalerie zu Akt, welche ich ständig erweitern werde, könnt ihr noch weitere Werke betrachten.

Ihr habt schon bei meinen diversen Blog Artikeln (z. B. Künstlerische Blockade, Was war zuerst da und Selbstportrait Rückenansicht) schon diverse Aktzeichnungen und -gemälde von mir gesehen.

In meiner Vita ist auch ein Gemälde aus 2004 zu sehen. Ein Akt einer Dame mit langen schwarzen Haaren, Pose sitzend.

Ja, das ist eines meiner bevorzugten Themen und Motive, die ich unglaublich gerne zeichne, male und mich schon immer angezogen hatte. Während ihr diesen Blog Artikel lest, könnt ihr die diversen Aktzeichnungen, sogenannte Studien, (weiblich und ein paar männliche) auf der rechten Seite betrachten. Ich habe sie der Reihenfolge nach aufgeführt, wie sie 2018 entstanden sind.

Ich habe mich persönlich sehr lange gefragt, warum ich künstlerische Aktfotografie oder Aktmalerei so schön und so sinnlich finde. Künstlerisch auch in dem Sinne, dass hier nur Andeutungen, kaum etwas Offensichtliches zu sehen ist. Vor allem auch vor dem Aspekt, dass ich persönlich, kein sexuelles Interesse an Frauen habe.

Und doch habe ich mir schon immer sehr gerne Frauen, egal welchen Alters, Herkunft oder Hautfarbe, angeschaut und ihre Schönheit bewundert. Dabei war es noch nicht mal die Schönheit im Gesicht, die ich als anziehend empfand, sondern die körperliche Form, die unglaublichen Kurven, die wunderschönen Rundungen kombiniert mit der Persönlichkeit und Austrahlung.

Dies hat durchaus etwas mit mir und meinem Körpergefühl sowie die Akzeptanz meines Aussehens zu tun. Ich selber wurde von frühester Kindheit damit konfrontiert, dass ich nicht dem allgemein akzeptierten Schlankheitsideal entsprach. Auch hatte ich sehr schlimme Akne, die erst mit ca. 20 Jahren verschwand. Keiner aus meiner Familie konnte meinen stämmigen Körper, der schon ab dem elften Lebensjahr sich langsam zur Frau entwickelte und einen sehr kurvenreichen Körper zustande brachte, akzeptieren. Lt. meiner Familie war ich zu dick. Im Nachgang würde ich sagen, dass ich bei 1,68 cm Körperhöhe und 65 kg Körpergewicht völlig normal war.

Ich litt unheimlich darunter, dass ich nicht „schlank“ genug war. Dann bekam ich noch eine sehr starke hormonelle Störung, die dazu führte, dass ich so ab ca. 20 Jahren gut zunahm. D. h. ich hatte dann irgendwann mal 80 kg. Natürlich sah jeder diese Fülle, trotzdem war ich auch zu dem Zeitpunkt einfach nur weiblich rund.

Ihr könnt euch aber vorstellen, wie da dann mein familiäres Umfeld darauf reagierte. Nach der Geburt meiner zwei Kinder hatte ich am Ende fast 100 kg. Und ab dem Zeitpunkt begann dann auch meine Ess-Störung. Ja, ich bekenne mich hier öffentlich dazu, dass ich insgesamt ca. 5 Jahre lang Bulimie hatte. So konnte ich wunderbar innerhalb von einem Jahr auf ca. 56 kg mich runterkotzen. Und siehe da, alle waren begeistert und sprachen mir lauter Komplimente aus. Ein richtig tolles Gefühl, endlich als schön von meinem Umfeld wahrgenommen zu werden. Dass dann aber meine ausgeladenen Hüften nur knöchern waren, mein Brustbein rauskam, mein Hintern praktisch nicht vorhanden war und ich trotzdem keine Kleidergröße kleiner als 36/38 tragen konnte, hatten alle übersehen.

Das schlimmste aber an dieser Geschichte ist für mich persönlich folgendes: ich habe mich selber für die Meinung andere, zutiefst misshandelt UND (und dafür schäme ich mich wirklich) meine Kinder hatten meine Ess-Störung irgendwann mitbekommen.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich mittlerweile seit über 20 Jahren keine Ess-Störung mehr habe, sich allerdings mein Körper alles zurück geholt hat, was ich ihm geraubt hatte.

Mittlerweile bin ich so ziemlich rund und ich mag meine schönen Kurven. Ja, ich könnte ein wenig weniger wiegen. Vor allem meine Knochen würden es mir danken, denn ich habe diverse Knochenerkrankungen, die mir an so manchen Tag durch Schmerzen den Tag versauen, aber ich halte keine Diäten und ich esse im Großen und Ganzen so ziemlich ausgewogen und im normalen Maße.

Ob ich irgendwann etwas weniger wiegen werde weiß ich nicht. Was ich aber ganz genau weiß, ist dass ich nie wieder mit einer Ess-Störung meinen Körper und dadurch auch mich misshandeln werde. Vor allem, weil jemand der Meinung sein könnte, ich sei nicht attraktiv genug.

Was war genau passiert? Ihr ahnt es schon, fremdes Body Shaming wurde mir ins Gehirn gepflanzt. Und die Welt der Promis und der Werbung lebt es uns permanent vor. Nur ein schlanker Körper, wo auch möglichst jede Rippe noch zu sehen ist, ist schön.

Dabei gibt es so viele verschiedene Geschmäcker und somit viele Schönheitsideale. Viele Frauen schämen sich z. B. ihrer Dellen der Cellulite oder gar ihrer Schwangerschaftsstreifen. Dabei ist dies eines DER schönsten Zeichen ihrer Weiblichkeit. Und wenn ich einer Frau begegne, die sehr selbstbewusst diese Kurven und Sinnlichkeit zeigt, so äußere ich das in einem Kompliment. Ja, auch von Frau zu Frau, darf jede von uns ein Kompliment aussprechen, ohne anzüglich zu wirken.

Ich will hier keine Schönheitsideale verteufeln und auch keine als DIE Beste hervorheben. Ich möchte nur mit meinem Statement und meiner Motivation, die ich selber lange nicht verstanden hatte, klar machen, dass ich Frauen mit Kurven unglaublich sinnlich und erotisch empfinde.

Dass ich anziehend wirke, habe ich immer wieder und zwar seit meiner Jugend an erlebt. Ich hatte immer viele Verehrer, die genau DIESE meine Kurven liebten und mich deswegen begehrten. Leider war ich aber blind für diese Bestätigung meines Aussehens. Jedes Mal dachte ich mir, was will dieser Mann von mir, ich bin doch nicht schön (schlank)? Oder, ja genau, der will mich nicht, weil ich zu fett (also nicht schlank genug) bin!

Meine lieben Leserinnen, erkennt ihr diese Sätze wieder? Habt ihr euch selber damit entwürdigt und erniedrigt?

Bitte hört damit auf. Liebt euch so wie ihr seid, denn ihr seid einfach nur schön. Akzeptiert euch in eurer Weiblichkeit und ihr werdet sehen, dass ihr noch mehr Schönheit ausstrahlen werdet.

Ich habe dies für mich erkannt. Zwar spät aber noch rechtzeitig genug. Und in der heutigen Zeit erkennen immer mehr Frauen, dass sie so wie sie sind einfach nur schön sind.

Dies ist der Hauptgrund, warum ich Frauenakt bevorzugt male. Es macht mir eine große Freude die Rundungen und dadurch die Weiblichkeit eines Frauenkörpers aufzuzeigen. Ich bin dabei auch einige davon in richtige Gemälde umzusetzen. D. h. dieses Thema, weiblicher Akt, werde ich immer wieder aufgreifen und in diversen Posen darstellen.

Neben dem weiblichen Akt, habe ich doch tatsächlich 2018 zum allerersten Mal auch den männlichen Akt versucht. Das war für mich eine ziemliche Überwindung, da ich natürlich gewohnt war entsprechend Brüste und Hüften beim Menschen direkt und sofort zu betonen.

Ich war so ziemlich überrascht, dass auch Männer rund sind. Allerdings haben Männer andere Rundungen bzw. die Rundungen sitzen an anderen stellen. Ich gebe zu, dass ich hier vorwiegend muskulöse Männerkörper bzw. Männer mit definierten Muskeln gezeichnet habe. Es gibt natürlich auch Männer, die nicht diesem Ideal entsprechen, dafür aber einfach normal und daher auch perfekt für ihren Körper sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Thema männlichen Akt werde ich ebenfalls weiterverfolgen. Jedoch glaube ich nicht, dass ich hier die gleiche Liebe wie zum weiblichen Akt entwickeln werde. Ich bin nun mal Frauen einfach näher.

In meinem nächsten Blogartikel werde ich auf meinen zweiten Schwerpunkt eingehen. Meine zweite Intention. Das gestalterische bzw. figurative Zeichnen von Tieren, Instrumenten und Booten.